Ausbildung in Australien

Ausbildung in Australien

Sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren, ist heute ein schweres Unterfangen. Begehrte Stellen sind Mangelware und dazu noch hart umkämpft. Der Chef in spe achtet bei den Bewerbungsunterlagen jedoch nicht nur auf die guten Noten und darauf, dass sich möglichst keine Lücken im Lebenslauf befinden, sondern spielen bei seiner Wahl auch noch andere Kriterien eine Rolle. So ist derzeit etwa Auslandserfahrung besonders gefragt. Sie zeichnet den Charakter nämlich als offen aus und belegt daneben noch Tugenden wie Mut und die Fähigkeit zur Anpassung an neue Umstände.

In Anbetracht dessen, lohnt es sich, eine Ausbildung in Australien zu absolvieren. Und darüber, wie genau man das anstellt und was die Voraussetzungen sind, informieren wir im Folgenden.

TAFE

Wer in Australien eine Ausbildung machen möchte, kann dies entweder an einem privaten Institut tun oder das staatliche TAFE besuchen.

TAFE ist die Kurzbezeichnung für Technical And Further Education, was zu deutsch so viel wie Technische Ausbildung und Weiterbildung bedeutet. Diese Schulen sind größtenteils mit unseren Berufsschulen zu vergleichen. Sie sind außerdem weltweit anerkannt und in Sachen Ausbildung in Australien die Hauptanlaufstelle.

Angeboten werden die Kurse an 287 Standorten, die zu über 60 Instituten gehören. Die Klientel, die man hier antrifft, besteht zwar größtenteils aus Australiern, doch ist hier ein besonders hoher Anteil an Ausländern zu finden.

Die Dauer einer Ausbildung beträgt zwischen zwei und drei Jahren. Das Besondere dabei ist, dass man im Anschluss an einen TAFE Abschluss sogar im jeweiligen Fach ein Studium aufnehmen darf. Dies ist selbst dann möglich, wenn man über keine klassische Hochschulzugangsberechtigung wie etwa ein Abitur verfügt. Dabei werden sogar während der Ausbildung absolvierte Credits anerkannt und man kann das Studium um ein ganzes Jahr abkürzen.

Welche Fächer können belegt werden?

Besucht werden können hier viele verschiedene Lehrgänge und auch Englisch- oder Schulkurse, die mit unterschiedlichen Abschlüssen, wie etwa Diploma oder advanced Diploma enden, welche jedoch alle qualitativ unter den Universitätsabschlüssen liegen.

Einige der Ausbildungen sind: Grafikdesign, Schmuckdesign, Bauwesen oder Modedesign. Dabei holt der Stoff teils weit aus und theoretische Konzepte werden erarbeitet. Doch liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf dem praktischen Wissen, das bestenfalls während der Ausbildung noch in Betrieben angewandt wird.

Ablauf der Ausbildung

Die verschiedenen Teile der Ausbildung werden in Certificates unterteilt. Von ihnen gibt es insgesamt vier an der Zahl und normalerweise wird  beim ersten eingestiegen. Allerdings kann man sie auch teils überspringen, sofern man über die notwendige schulische Bildung verfügt. Hat man die Realschule oder das Abitur (auch Matura) abgelegt, so darf man eventuell bereits in das dritte oder gar vierte Certificate einsteigen. Bei Berufen, für die nur wenig Wissen vermittelt werden muss, beginnt man oft gleich mit dem dritten Certificate und das selbst dann, wenn man kein Abitur hat.

Wie lange die Kurse für das dritte und vierte Certificate dauert, variiert von sechs Monaten bis zu einem Jahr. Für das Diploma investiert man dann maximal ein weiteres Jahr.

Voraussetzungen für TAFE

Zunächst einmal sollte beim Antrag ein entsprechender Schulabschluss nachgewiesen werden. Dieser muss jedoch kein Abitur sein, sondern reicht bereits der Hauptschul- oder Realschulabschluss oder alternativ das bestandene Zeugnis der 9. Klasse. Wurde bereits eine Ausbildung absolviert, sollte man das auch mit angeben. Ein Lebenslauf ist ebenfalls vorteilhaft.

Die Zeugnisse müssen dabei sowohl auf deutsch als auch als beglaubigte Übersetzung verschickt werden.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass man der englischen Sprache mächtig ist. Einzig beim TAFE, das in Perth liegt, entfällt dieser Nachweis für Deutsche.

Akzeptiert werden dabei die Zertifikate von IELTS und auch TOEFL, für die entsprechende Kurse in Deutschland angeboten werden. Die Kosten hierfür halten sich mit knapp 200 € in Grenzen. Die Punktezahl, die hier nicht unterschritten werden darf, variiert je nach Standort und kann am jeweiligen Institut nachgefragt werden.

Für die Ausbildungen, die einer besonderen Begabung bedürfen, muss man zusätzlich noch sein Talent unter Beweis stellen und etwa Zeichnungen anfertigen. Alternativ hierzu können Bewerber Vorkurse besuchen und durch deren erfolgreiches Bestehen den Nachweis über ihre Begabung erbringen.

Kosten

Die Kosten sind der große Nachteil an dieser Ausbildung. Im Gegensatz zu den deutschen Instituten, wo man während der Lehrzeit schon bezahlt wird, fällt nicht nur das weg, sondern sind zusätzlich noch Studiengebühren fällig. Außerdem liegt Australien sehr weit vorne auf der Liste der Durchschnittseinkommen weltweit. Entsprechend sind auch die Kosten für die Miete und die Nahrung sehr hoch. Für das Existenzminimum sollte man mindestens 500 Australische Dollar pro Woche einplanen (zum Vergleich: 1 € = 0,68 AUD). Die Studiengebühren lassen sich durchaus mit denen amerikanischer Universitäten vergleichen und können schon mal bei 15000 Australischen Dollar liegen.

Private Einrichtungen

Das Bewerbungsverfahren und der Ablauf von Kursen in privaten Schulen läuft größtenteils sehr ähnlich wie beim TAFE ab. Hier werden jedoch neben den konventionellen Ausbildungen auch noch exotischere Programme wie etwa Schauspielerei angeboten. Außerdem unterliegen selbst diese Abschlüsse staatlicher Kontrolle und sind dementsprechend methodologisch fundiert und stehen dem TAFE in Sachen Qualität nur selten nach. Darüber hinaus müssen die Studiengebühren hier nicht zwangsläufig höher liegen, da diese Schulen ja mit den staatlichen Instituten um die Teilnehmer konkurrieren und zu hohe Kosten eben ein Wettbewerbsnachteil wären.