Bildungssystem in Australien

Bildungssystem in Australien

In der Bildung steckt die Zukunft. Nur wenn Staaten hier ausreichend investieren, wird die heranwachsende Generation auch in der Lage sein, ein Land zu führen. Das australische Bildungssystem funktioniert dabei sehr ähnlich wie das deutsche und bedient damit einen Standard, der in vielen Gegenden üblich ist. Nach der Schule folgt hier nämlich entweder eine Ausbildung am sogenannten TAFE oder das Besuchen einer Universität.

Im Folgenden informieren wir über jeden einzelnen dieser drei Schritte.

Das australische Schulsystem: die Grundschule

Das australische Schulsystem ist ähnlich aufgebaut wie in Amerika. Hier gibt es zunächst die Grundschule, die über 7 Klassen geht. Dabei werden die Kinder schon sehr früh eingeschult und beginnen den Unterricht bereits mit vier oder fünf Jahren. Während dieser Zeit ist auch keine lockere Annäherung an ein diszipliniertes Verhalten vorgesehen, sondern wird den Kleinen von Anfang viel abverlangt. Sie müssen nun in der Lage sein, ihre Aufmerksamkeit auf den Stoff zu richten und den Lehrern zu folgen. Außerdem dauern die Schultage hier selbst in der Grundschule länger und sehen regelmäßigen Nachmittagsunterricht vor. Durch diese frühe Erziehung sind die Schüler jedoch auch sehr schnell in ihrer Entwicklung und können bereits in jungen Jahren schon flüssig schreiben und rechnen.

In der Grundschule müssen die Kinder daneben ebenfalls Schuluniformen tragen. Zumindest ist dies bei fast allen staatlichen und bei allen privaten Schulen der Fall. Oft ist sogar für das Ausüben von Sport eine spezielle Bekleidung vorgesehen.

Die Schule in Australien bildet nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten aus, sondern bietet daneben ein breites Angebot an Freizeitgestaltung. So werden die Kinder von früh an schon in möglichst viele Gruppen integriert und lernen Fähigkeiten, die auch privat eine Bereicherung sind. Teils wird diese Teilhabe jedoch sogar vorausgesetzt und von den Schülern erwartet. Vor allem in der Grundschule, wo für solche Zwecke Aufsichtspersonen benötigt werden, hoffen die Einrichtungen außerdem auf eine höhere Beteiligung der Eltern.

Angeboten werden neben den konservativen Fächern wie etwa Mathe oder Englisch meist noch je nach Standort unterschiedliche Wahlfächer wie Kunst oder eine exotische Sprache.

High School in Australien

Anders als in Deutschland, wo die Klassen je nach Fähigkeiten aufgespalten und die Schüler bereits mit 9 oder 10 Jahren ins Gymnasium, die Haupt- oder Realschule verteilt werden, ist die High School in Australien eine Gesamtschule. Alle besuchen dasselbe Gebäude und werden dort dann Kursen in entsprechendem Schwierigkeitsgrad zuordnet. Hierdurch kann man auf jeden einzelnen Schüler besser eingehen, da der Unterricht so leichter individuellen Stärken oder Schwächen angepasst wird.

Wie bei der Grundschule gibt es hier die altgedienten Fächer wie Mathematik, Englisch oder Sport und daneben noch je nach Schule unterschiedliche Wahlfächer.

Der Unterricht selbst findet von 9 – 15:30 Uhr statt. Außerdem wird das Schuljahr in sogenannte „Terms“ unterteilt, von denen es insgesamt vier gibt. Sie dauern je ca. 10 Wochen an und enden in Ferien.

Auch hat man die Wahl zwischen einer staatlichen oder privaten Schule. Letztere sind größtenteils besser, da sie sehr viel Stoff durchnehmen und so die Kinder bestens auf ein Studium vorbereiten. Doch schlägt sich das dann auch in den hohen Schulgebühren nieder.

Die Berufsausbildung: TAFE

Wer an keiner Universität genommen wurde oder einfach eine praktische Ausbildung einer theoretischen vorzieht, der kann am TAFE (Technical and Further Education) eine solche absolvieren. Diese staatliche Einrichtung ist mit den hiesigen Berufsschulen zu vergleichen, nur wird man dabei nicht bezahlt, sondern muss sogar noch selbst Gebühren entrichten. Allerdings werden die hier erhaltenen Abschlüsse auch weltweit anerkannt und die Lehrmethoden sind überhaupt qualitativ sehr hoch.

Insgesamt werden die Kurse an fast 300 Orten angeboten, die zu knapp 60 Instituten gehören. Die Ausbildung geht über bis zu drei Jahre und nach dem Abschluss darf man sogar in der jeweiligen Disziplin studieren, selbst wenn man über keine Hochschulzugangsberechtigung verfügt. Teils kann dabei sogar die Studienzeit verkürzt werden, da alte Leistungen anerkannt werden.

Belegt werden können hier Kurse wie Bauwesen, Modedesign oder Grafikdesign und daneben noch zahlreiche weitere.

Die Ausbildung ist nicht in Lehrjahren strukturiert, sondern schreitet sie in sogenannten Certificates voran. Von diesen müssen insgesamt 4 absolviert werden, wonach noch ein Diploma folgt. Die Certificates darf man mit entsprechender Vorbildung sogar teils überspringen.

Studium in Australien

Die Universitäten in Australien genießen eine hohe Reputation und sind weltweit renommiert. Sie sind bei zahlreichen Rankings auf den vordersten Plätzen und daher auch bei internationalen Studierenden sehr gefragt. Besonders stark in der Forschung ist derzeit übrigens die Australian National University, die in Canberra liegt. Dies wurde von der Jiatong Universität in Shanghai festgestellt.

Die Leitung der Universitäten wird größtenteils intern abgewickelt. Dennoch hat hier auch der Staat selbst seine Finger mit im Spiel und observiert deren Tun.

Insgesamt gibt es auf dem 5. Kontinent zwei private und 37 staatliche Einrichtungen. Hier gilt das Bachelor- und Mastersystem, das dem der deutschen Hochschule sehr ähnlich ist. Dabei ist die Regelstudienzeit für den Bachelor mindestens 3 Jahre lang und die für den Master ein bis zwei Jahre. Die höchste akademische Leistung ist der Ph.D, was so viel wie bei uns der Doktortitel bedeutet.

Außerdem existieren beim Studium vor dem eigentlichen Bachelor einige Zwischenstufen. So kann nach 2 Jahren das Diploma oder Associate Diploma erlangt werden. Hiernach folgt das Undergraduate oder Advanced Diploma. Ähnlich wie auf deutschen Hochschulen werden exzellente Leistungen beim Abschluss entsprechend mit Zusatz ausgezeichnet. Dies ist hier nicht das summa cum laude, sondern „First class honours“. Hiervon zu unterscheiden ist der „Bachelor Honours“.

Stellt man während des Studiums entsprechende intellektuelle Fähigkeiten unter Beweis, so darf man promovieren oder alternativ einen speziellen Master absolvieren, der eine Beteiligung an der Forschung vorsieht. Möchte man dagegen einen höheren Praxisbezug herstellen und Wissen für einen Beruf außerhalb der akademischen Welt erlangen, so bieten sich das Graduate Diploma oder das Graduate Certificate an, die 12 bzw. 6 Monate dauern.