Ayers Rock

Ayers Rock

Wie kaum ein anderer Ort der Welt gewährt der australische Kontinent einen Blick bis zu den Anfängen der Menschheitsgeschichte. Während bei uns in Europa der Fortschritt stets auch die gesamte Gesellschaft erfasst, distanzieren sich die Aborigines teils von dieser Entwicklung und praktizieren weiterhin ihre ursprüngliche Lebensweise, die von spirituellen Ansichten und Ritualen geprägt ist. Eine ihrer wichtigsten Kultstätten ist der Ayers Rock, der jedoch ebenso eine unter Touristen beliebte Sehenswürdigkeit darstellt.

Geschichte des Ayers Rock

Aus heutiger Sicht lässt sich das kaum nachvollziehen, doch lebten vor knapp 10000 Jahren bereits Aborigines vom Stamm der Anangu in der Gegend um den Berg. Ein Unterfangen, das wohl selbst im Zeitalter der Technologie problematisch wäre, immerhin ist das ganze Areal stark verödet und von dem trockenen Klima gezeichnet. Doch war den Völkern eben die Nähe zu dieser Stätte die Mühe wert.

Nachdem die Europäer Australien besiedelten, dauerte es erst noch eine Weile, bis sie den Ayers Rock, der sich inmitten des Kontinents befindet, für sich entdeckten. Der erste Siedler, der ihn erblickte, war William Gosse im Jahre 1873. Er benannte ihn nach Henry Ayers, dem damaligen Premierminister Südaustraliens. Hierauf wurde auf zahlreichen Expeditionen versucht, in der Gegend fruchtbares Land zu finden, damit dort Ackerbau betrieben werden konnte. Das Vorhaben scheiterte jedoch und fortan war das Areal nur noch für Wissenschaftler interessant.

Im Jahre 1920 erklärte die Regierung den Ort zum Reservat, in dem die Aborigines unterkommen konnten.

Das Interesse der breiten Bevölkerung entrichtete man dem Berg ab 1936, als die ersten Touristen bis zum Ayers Rock vordrangen. Die Jahre darauf wurden dort dann Siedlungen von Europäern errichtet. Seit 1958 steht der Berg unter einem speziellen Schutz, da das Gebiet ab dann als Nationalpark galt. Die Kommerzialisierung ließ im Anbetracht der hohen Nachfrage von Reisenden nicht lange auf sich warten und 1959 wurde dort das erste Motel erbaut.

Da der Berg ein Kulturgut der Aborigines ist, das die Weißen ihnen vorher streitig gemacht hatten, erließ man 1976 ein Gesetz, dass den Anagu das Landrecht sicherte. In einer feierlichen Zeremonie wurde dann 1985 die Besitzurkunde übergeben. Hierauf wurde jedoch eine weitere Vereinbarung getroffen, damit der Australien Park and Wildlife Service das Gelände über die nächsten 99 Jahre als Nationalpark verwenden durfte. Dieser wird von Australiern und Aborigines verwaltet.

Nachdem die nativen Völker wieder ein Mitsprachrecht hatten, wurden letztlich alle Übernachtungsmöglichkeiten dort geschlossen oder weiter nach Norden verlegt. Über die Jahre setzte sich auch der ursprüngliche Name des Berges, Uluru oder Kata Tjuta, durch, den ihm einst die nativen Völker gegeben hatten.

Sehenswürdigkeiten

Um den Ayers Rock herum gibt es einige schöne Wege zum Wandern. Übrigens sollte man den Berg nicht besteigen. Schließlich verärgert das nicht nur die Ureinwohner, die so ihr Heiligtum entstellt sehen, sondern kann das darüber hinaus auch wirklich gefährlich werden. Der Berg ist mit seinen knapp 350 Meter nämlich relativ hoch und die Wege hinauf sind teils sehr unsicher. Daher kommt es des Öfteren zu Unfällen und sogar Todesfällen.

Die Wanderwege lassen sich am leichtesten mit einem Ranger erkunden. Er hat Ortskenntnis und kann darüber hinaus Geheimtipps geben. Allerdings sind die Routen auch mit Schildern ausgewiesen, sodass man sie ebenso ohne Guide gehen kann. Außerdem informiert daneben das Cultural Centre und gibt daneben Auskunft darüber, von wo aus man den gesamten Berg betrachten kann.

Dabei darf natürlich die Kamera nicht fehlen, da die Natur hier besonders schön ist und ein gutes Motiv hergibt. Generell sollte man vorsichtig mit ihr umgehen. So ist es an einigen Stellen nämlich verboten, Bilder zu schießen, sofern sich dort Stätten der Aborigines befinden. Was auf jeden Fall abgelichtet werden darf, ist der Berg selbst. Im Laufe des Tages ändert der Uluru seine Farbe je nach Stand der Sonne, da sie demgemäß auch immer unterschiedlich von seiner Oberfläche reflektiert wird. Die schönsten Farben entstehen beim Sonnenauf – oder Sonnenuntergang. Dann erstrahlt der gesamte Berg in hellrot bzw. dunkelrot.

Wer nicht gerne wandert, kann das Areal übrigens sogar auf einem Kamel erkunden oder eine der Motorradtouren buchen. Und möchte man ein Stück Australien mit sich nach Hause nehmen, so befindet sich in der Nähe ein Kulturzentrum, das Kunstwerke von Abroigines ausstellt und zum Verkauf anbietet.

Der Mythos der Aborigines

Die Anagu glauben, dass der Uluru erschaffen wurde, als die Zeit begann. Verantwortlich dafür waren die ersten Menschen, die direkt aus dem Nichts kamen. Nachdem sie die Erde betreten hatten, schufen sie weitere Lebewesen und gaben der Welt, die bisher formlos und leer war, ihre Landschaften, Ozeane und Wälder.

Eine der vielen Legenden der Aborigines besagt, dass der Ayers Rock durch ein Blutbad entstand. Zwei Stämme vereinbarten, sich dort zu einem Fest zu treffen. Doch wurde einer davon von den Sleepy Lizard Women verführt, sirenenartige Geschöpfe, die Männer bezirzen und um den Verstand bringen können. Dass sie somit das Treffen verpassten, verärgerte die Versetzten und sie schworen auf Rache. Sie schmiedeten einen Pakt mit einem dämonischen Dingo, den sie mit schwarzer Magie erweckten. Die in eine Skulptur gesäuselten Zaubersprüche erweckten den Höllenhund, der dann auf den Stamm gehetzt wurde. In einem blutigen Massaker stobte der durch die Reihen und seine Beschwörer gleich hinterher. Die beiden Stämme führten eine lange Schlacht mit zahlreichen Toten, worunter auch die beiden Stammesführer waren. Aus Trauer über das Blutbad erwachte die Erde selbst und erhob sich zum Uluru.