Melbourne

Melbourne

Melbourne hat knapp 4,2 Millionen Einwohner und ist damit nach Sydney die zweitgrößte Stadt Australiens. Gerade zu Zeiten des Goldrausches boomte die Gegend und verhundertfachte in nur knapp 100 Jahren ihre Einwohnerzahl. Sie mag zu den kälteren Regionen des warmen Kontinents gehören, hat dafür jedoch einiges an Kultur und Architektur zu bieten.

Geschichte Melbournes

Vor ca. 35000 Jahren lebten in der umliegenden Region 20000 Anhänger der Wathaurong, Wurundjeri und Boonwurrung, die allesamt zu den Aborigines gehören. Die drei Stämme schlossen sich damals zur Kulin-Nation zusammen und trafen sich im Gebiet des heutigen Melbournes, um zu verhandeln und Vereinbarungen abzumachen.

Europäer erkundeten den Ort weit später, im Jahre 1803. Bis zur ersten Besiedlung waren es von dort aus noch 32 Jahre. Den Grundstein für Melbourne legten John Fawkner und John Bathman. Letzterer handelte einen Deal mit den indigenen Stämmen aus und sicherte sich vertraglich knapp 240000 ha Land.

Anders als die meisten Siedlungen im südöstlichen Australien handelte es sich bei Melbourne um keine Strafkolonie, sondern einen Zusammenschluss freier Bürger. Den Namen erhielt die Ortschaft im Jahre 1837. Benannt ist sie nach William Lamb, 2. Viscount Melbourne, dem Premierminister Großbritanniens.

Die schöne Lage und der Anbindung ans Meer ist es verschuldet, dass der Ort bald schon rapide anwuchs und im Jahr 1840 bereits knapp 10000 Menschen beherbergte. Und als man in der Gegend ein paar Jahre danach Gold entdeckte, war Melbourne bald ein belebtes Zentrum für Handel und Geschäfte der Goldgräber.

Zusätzliche Bedeutung erlangte die Gemeinde im 19. Jahrhundert. Hier liefen nämlich nun die wichtigsten Eisenbahnstrecken zusammen und außerdem konnte in dem großen Hafen auch gleich etwaige Fracht auf Schiffe verladen und weiterverschickt werden. Daher wuchs hier darüber hinaus die Zahl der Industriebetriebe schnell an.

Als 1901 der Australische Bund gegründet wurde, wählte man Melbourne für den Sitz der Regierung.

Heute ist Melbourne ein essentieller Angelpunkt für Wirtschaft, Kultur und Politik. 1956 fanden hier auch die Olympischen Sommerspiele statt.

Klima in Melbourne

Die durchschnittliche Temperatur beläuft sich auf knapp 15° C, wobei der Februar mit ca. 20° C der wärmste und der Juli mit etwa 10° C im Mittel der kälteste Monat des Jahres ist. Seit Beginn der Messung ist die höchste jemals gemessene Temperatur 46,4° C und die niedrigste -2,8° C.

In Melbourne ist das Wetter sehr instabil und kann in kurzer Zeit umschlagen, weswegen die Einheimischen es auch mit „four seasons a day“ bezeichnen. Besonders wechselhaft ist das Klima im Sommer und Frühling, wo es oft zu Stürmen und Regen kommt. Außerdem kann jederzeit die Temperatur stark abfallen. Verantwortlich hierfür ist der Südpazifische Ozean, der Kälte verströmt, die im Inland auf heiße Luftmassen stößt und so gegebenenfalls Kaltfronten auslöst.

Melbourne ist im Vergleich mit den restlichen Hauptstädten vor allem im Winter relativ kühl. Allerdings schneit es hier dennoch nur selten. Nebel und Frost kommen dagegen gelegentlich vor.

Sehenswürdigkeiten und Urlaubsziele in Melbourne

Der Goldrausch machte Melbourne schon damals zu einer der reichsten Städte der Welt, was sich auch heute noch zeigt. Hier findet man nämlich besonders hübsche architektonische Meisterwerke wie Kathedralen, Theater oder Parks. Dies ist mit einer der vielen Gründe, weshalb die Stadt ganz vorne auf der Liste der am besten bewohnbaren Orte überhaupt steht. Dominiert wird das Stadtbild außerdem von zahlreichen Bürohochhäusern wie dem State Parliament House oder dem Royal Exhibition Building, die beide definitiv einen Ausflug lohnen. Um innerhalb der Stadt zu reisen, muss nicht extra ein Taxi oder ein Mietwagen genommen werden. Immerhin ist hier die Straßenbahn so dicht vernetzt wie in kaum einer anderen Großstadt.

Auch ist Melbourne eine Wiege der modernen Kunst und Architektur, die sich eindrucksvoll mit den alten Bauten und Werken vereinen. Besonders gut lässt sich das auf dem Federation Square betrachten. Hier mischen sich die konservativen, aufgeräumten Linien der Gebäude des 19. Jahrhunderts mit experimentierfreudigen und verspielten Designs der Moderne. Dort steht u.a. auch ein riesiger Bildschirm, der öffentliche Ereignisse wie etwa Fußballspiele überträgt und zum gemeinsamen Public Viewing einlädt.

Hier befindet sich ebenfalls das hippste Museum Australiens, das Australian Centre of the Moving Image, in dem die nationale Geschichte des Kinos und außerdem dessen Möglichkeiten heute gezeigt werden.

Im Stadtteil Southbank lassen sich moderne Kunst und Skulpturen betrachten. Darüber hinaus stehen hier die besten Restaurants der Gegend.

Wer sich einen Überblick über Melbourne machen möchte, kann dies bestens auf dem Eureka Tower tun. Er ragt ganze 88 Etagen in die Höhe und verfügt über eine Aussichtsplattform, die einen Ausblick in alle Richtungen ermöglicht, da hier ein Glasboden verbaut wurde. Benannt ist er nach der Rebellion der Goldgräber im 18. Jahrhundert.

Möchte man klassische Kunst mit teils christlichen Motiven betrachten, so ist die National Gallery of Victoria die erste Adresse.

Derzeit ist Melbourne neben New York und Berlin die wichtigste Hochburg für Street Art. Hier verewigen sich Künstler aus aller Welt und ziehen damit Fans aus allen Erdteilen an.

Vor allem während des Goldrausches haben sich in der Stadt Immigranten aus den verschiedensten europäischen Ländern niedergelassen. Dies spiegelt sich auch in der Esskultur wieder, die von zahlreichen Einflüssen herrührt. U.a. gibt es hier viele italienische Restaurants und auch der Kaffee ist eines der Lieblingsgetränke der Melbourner.

Außerdem ist der Queen Victoria Market auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier findet man zahlreiche Essensstände und kann daneben noch beispielsweise Kleidung oder Lebensmittel einkaufen. Regelmäßig werden hier ebenso Shows geboten wie etwa Tanzeinlagen.

Auch für die Adrenalinfreaks wird etwas geboten. Sie finden im Luna Park einen klassischen Erlebnispark, in dem die älteste Achterbahn der Welt befahren werden kann.

Daneben findet man am Brighton Beach die sogenannten Bathing Boxes, die eines der am meisten fotografierten Symbole Australiens darstellen und Motiv zahlreicher Postkarten sind.

Und möchte man die artenreiche Fauna Australiens aus sicherer Distanz beobachten, so kann man das etwa im City Aquarium anstellen. Hier werden nämlich u.a. riesige Rochen, Clownfische und sogar Haie ausgestellt.

Im Melbourne Museum dagegen werden Landtiere gezeigt, die jedoch ausgestopft sind. Hierbei zeigt man auch solche, die bereits ausgestorben sind wie etwa Dinosaurier oder erste Vorformen des Menschen. Doch beschränkt sich das Museum nicht auf die Biologie. Außerdem wird hier auf die Geschichte Australiens im Ganzen eingegangen und man findet etwa Modelle der ersten Schreibmaschinen oder Wagen.