Fraser Island

Fraser Island

Früher war die Fraser Island auch unter dem Namen Great Sandy Island bekannt. Der Name rührt daher, da es sich bei ihr um eine Sandinsel handelt, die übrigens größte ihrer Art weltweit. Sie hat eine Fläche von knapp 1800 Quadratkilometern und liegt vor der Küste Brisbanes. Aufgrund ihrer Schönheit wurde sie im Jahre 1992 zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt.

Geschichte

Wie die meisten Gebiete in Australien hausten hier schon vor langer Zeit die Aborigines. Zwar wurden die am weitesten zurückreichenden Artefakte auf vor knapp 5000 Jahren zurückdatiert, doch geht man davon aus, dass die Ureinwohner schon vor über 35000 Jahren die Insel besiedelten.

Als die Europäer im 19. Jahrhundert auf der Fraser Island landeten, trafen sie einige tausend Butchulla an, die zum Volk der Aborigines gehören. Allerdings wohnten damals bloß ein paar hundert Butchulla dort, nur zogen damals einige Landbewohner für kurze Zeit auf die Insel, um zur Saison bestimmte Fischarten zu jagen.

Gleich zu Beginn der Zivilisation war hier ebenfalls das Christentum vertreten. Die Kirche errichtete eine ihrer sogenannten Aborigines-Missionstationen, die dem Zweck diente, die Ureinwohner zu bekehren. Leider wurden hierfür nicht ausreichend Gelder aufgewendet und die Behausungen waren spartanisch. Gleichzeitig verhungerten die Butchulla langsam. Als zusätzlich noch Insektenplagen den Standort heimsuchten, schloss man die Station. Die Nachkommen errichteten 2014 einen Friedhof, um den Toten zu gedenken. Heute lebt nur noch eine handvoll an Aborigines in der Gegend. Dennoch wurde den Butchulla 2014 nachträglich ein sogenannter „Native Title“ zugesprochen, der ihnen das Recht an der Insel zusprach.

Der Name stammt von James Fraser. Er wollte 1836 von Australien aus nach Singapur aufbrechen, erlitt aber Schiffbruch. Nach dem Kentern überlebten nur er, seine Frau und einige Matrosen. Sie retteten sich auf die Great Sandy Island, wo sie mehrere Monate lang auf die Bergung warten mussten. In dieser Zeit verstarb James Fraser und als Honorierung seines Kampfes auf Leben und Tod benannte man die Insel nach ihm.

Flora und Fauna

Das Landbild der Fraser Island wird maßgeblich von Mangrovensümpfen und Eukalyptusbäumen bestimmt. Teils wachsen aber auch Regenwälder. Insgesamt ist die Artenvielfalt hier sehr hoch und die Pflanzen sind hochproduktiv, was normalerweise auf sandigem Boden nicht üblich ist. Erklärt wird dies durch das Pilzmyzel, das Nährstoffe aus dem Sand freisetzt und sie so den Gewächsen zugänglich macht.

Auf der Insel findet man über 300 verschiedene Vogelarten. Hierunter fallen etwa die Seeschwalbe oder der Australische Austernfischer. Daneben existieren knapp 30 Arten von Säugetieren und auch die gefährdete Soldatenkrabbe wohnt auf Fraser Island.

Das Meer besiedeln in dieser Gegend etwa Buckelwale, Schildkröten, Delfine und Haie. Außerdem befinden sich im Landesinneren einige Seen aus Süßwasser, die als Lebensraum für heimische Fischarten dienen.

Experten halten die Insel für das letzte Gebiet, in dem noch Dingos in ihrer ursprünglichen Form vorkommen. Überall sonst hat sich diese Hunderasse nämlich mit anderen gekreuzt und sich so über die Jahre immer weiter verändert. Bei den Tieren gilt jedoch, eine besondere Vorsicht an den Tag zu legen. Eigentlich greifen sie Menschen nicht an, doch sollte ihr natürlicher Lebensraum bedroht werden oder sie sich provoziert fühlen, können sie durchaus gefährlich werden. Es sind sogar Fälle bekannt, in denen sie Menschen getötet haben.

Sehenswürdigkeiten

Interessant sind vor allem die Strände, da die Dünen in vielen unterschiedlichen Farbtönen auftreten.

Daneben sollte man sich auch den Lake Mckenzie ansehen. Dieser Süßwassersee hat Strände aus besonders weichem und feinkörnigem Sand und außerdem ist sein Wasser sehr klar und kann sogar getrunken werden. Daher ist seine Farbe auch ein tiefes, schönes Blau. Allerdings werden zunehmend Touristen zum Problem, da sie ihn verschmutzen. Deswegen wird sogar überlegt, ihn unter Schutz zu stellen und das Baden zu verbieten.

Auf die Insel gelangt man am einfachsten per Schiff. Reist man mit dem Auto, ist das auch kein Problem. Immerhin fahren regelmäßig Fähren von der Küste ab. Unterkommen kann man in einem der Hotels. Nur existieren davon nur wenige auf Fraser Island und die Zimmer sind entsprechend schnell ausgebucht.

Für Betuchte werden übrigens auch Rundflüge angeboten, auf denen man die schönen Landschaften aus der Luft genießen kann. Wer es gerne billiger hat, bucht eine Fahrt mit dem Jeep und kann so etwa am Strand durch die Brandung fahren oder das Inland erkunden.

Vor der Insel im Meer zu tauchen, ist übrigens keine gute Idee. Schließlich sind die Strömungen viel zu stark und außerdem tummeln sich dort gefährliche Haie.