Kakadu Nationalpark

Kakadu Nationalpark

Der nach der Papageienart benannte Park befindet sich östlich von Darwin im Northern Territory. Er liegt damit jenseits der Savannen und Wüsten und hat daher das ideale Klima, um eine besonders schöne Flora hervorzubringen. Daneben wird die Region von einer Vielzahl unterschiedlicher Tiere bewohnt, was den Park zu einem der spektakulärsten ganz Australiens macht.

Insgesamt reicht der Kakadu Nationalpark über eine Fläche von knapp 20000 Quadratkilometern und ist etwa 100 km breit und 200 lang. Er wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Geschichte des Kakadu Nationalpark

Zwar wurden die am weitesten zurückliegenden Funde auf vor 20000 Jahren zurückdatiert, doch geht man davon aus, dass die Aborigines schon seit mindestens 40000 Jahren diese Region bewohnen. Für die damalige Zeit waren sie sogar eine relativ fortschrittliche Zivilisation und benutzen früh schon Steinäxte. Daneben spielte in ihrer Kultur natürlich auch die Religion eine Rolle, was zahlreiche Kultstätten belegen, die bis heute besichtigt werden können.

Wer genau zuerst auf diesem Areal landete, ist bis heute umstritten. Die Entdeckung beanspruchen sowohl die Malaien als auch die Portugiesen und die Chinesen für sich. Allerdings hält Jan Carstensz, ein Holländer, den ersten schriftlichen Beleg inne, dass er 1623 den fünften Kontinent betrat. Hiernach folgte zwei Jahrzehnte später etwa Abel Tasman, nach dem die australische Insel Tasmanien benannt ist.

Doch kamen all denen indonesische Stämme voraus, die schon zuvor Handel mit den Aborigines betrieben hatten.

Unter den Europäern waren die ersten Siedler dann Briten, die Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Behausungen an der Nordküste aufschlugen. Ihren Unterhalt verdienten sie zunächst mit Farmen, bis Gold entdeckt und Minen errichtet wurden. Als die Gegend daraufhin florierte, bekam auch die Kirche Interesse und entsandte Priester und Missionare. Letztere bekehrten sogar einige Aborigines und unterrichteten deren Kinder in den europäischen Wissenschaften und Künsten. Dafür halfen sie dabei, die Siedlungen zu errichten. Allerdings fielen einige den eingeschleppten Bakterien zum Opfer, auf die ihre Körper nicht eingestellt waren.

Der Park selbst wurde 1978 gegründet, wobei Teile davon bereits 1965 als Schutzgebiet galten. Bis alle Formalitäten abgeklärt waren, dauerte es bis 1991. Dies ging in drei Schritten vonstatten, in denen den Aborigines der Besitz über das Gebiet zugesichert wurde und man die Rechte für eine Pachtung vereinbarte. Zwischendrin wurden im Kakadu Nationalpark Vorkommen an Uran gefunden, die die Regierung zunächst auch abbauen wollte. Als sich die Aborigines allerdings dagegen aussprachen, wurde das unterlassen.

Flora und Fauna des Kakadu Nationalpark

Mit knapp 1700 Arten ist der Nationalpark bezüglich der Flora einer der variantenreichsten weltweit. Dies liegt auch mit daran, dass hier sehr unterschiedliche Landschaften existieren und sich etwa weite Wiesen mit steinigen Gegenden oder Sumpfgebieten abwechseln. Durch die verschiedenen Taktiken der Anpassung mutieren hier viele Arten dermaßen, dass sie in der jeweiligen Form nur dort vorkommen. So gibt es den Eucalyptus koolpinensis beispielsweise nur in Australien.

Zwar kommen Regenwälder in den kälteren Gebieten ebenso vor, doch ist der größte Teil des Parks Flachland, auf dem u.a. Eukalyptus, Speergras oder Wildblumen wachsen. Neben den trockeneren Arealen gibt es hier ebenso Orte, die regelmäßig überschwemmt sind. Dort sind beispielsweise Riedgräser oder Schraubenbäume beheimatet. Weitere Arten sind Wasserlilien, Seerosen oder Teebäume. Auch findet man viele Vogelarten vor, zu denen selbstverständlich auch der namensgebende Kakadu zählt. Übrigens entstand der Name durch die Unfähigkeit der Europäer, den Begriff Gaagudju, mit dem die Australier den Vogel bezeichneten, auszusprechen.

Und auch die Tierwelt ist hier besonders artenreich. Allein an Säugetieren gibt es hier 60 Arten, einige davon sind: Kängurus, Wallabies, Dingos oder Zwergbeutelmarder.

Außerdem wohnen in dem Park zwei Arten an Krokodilen, das Süßwasser- und das Salzwasserkrokodil, die maximal 3 bzw. 6 Meter groß werden können.

Daneben kann man hier die großen Hügel von Termiten bestaunen.

Felsmalereien im Kakadu Nationalpark

Der Kakadu Nationalpark eignet sich besonders, um Zeuge der alten australischen Kultur zu werden. Auf den Felsen und deren Überhängen sind nämlich zahlreiche Malereien der Aborigines zu finden. Sie beschäftigen sich mit alltäglichen Dingen wie der Jagd, bilden darüber hinaus jedoch auch religiöse Motive ab. Außerdem waren sie für die indigenen Völker eine einfach Möglichkeit, deren Wissen festzuhalten. So bedarf es zwar einer fachkundigen Interpretation, doch sprechen diese simpel anmutenden Malereien ganze Bände und geben die philosophischen und religiösen Vorstellungen der Aborigines wider. Teils dienten sie aber auch einfach dem Zweck, Zauber zu wirken und so Einfluss auf die Realität zu nehmen.

Leider sind diese Kunstwerke wasserlöslich. Eine der Aufgaben der Parkverwaltung ist daher deren Erhalt.

Sehenswürdigkeiten im Kakadu Nationalpark

Im Kakadu Nationalpark gibt es einiges zu sehen. Im Bowali Touristenzentrum lässt sich ein erster Überblick über den Park gewinnen. Dort werden Videos gezeigt, die die schönsten Orte ablichten. Wer ein Interesse an der Vogelwelt hat, besucht die Mamukala Feuchtgebiete. Hier tummeln sich viele Arten, die von einer Aussichtsplattform beobachtet werden können, die sogar überdacht ist. Und möchte man einen genaueren Eindruck vom Leben der Aborigines erhalten, ist das Warradjan Kulturzentrum zu empfehlen. Hier wird die Kultur der Ureinwohner in allen Fassetten dargestellt und an Repliken veranschaulicht.

Eine detaillierte Liste darüber, was man im Kakadu Nationalpark sonst noch alles erleben kann, findet sich hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kakadu-Nationalpark#Sehensw.C3.BCrdigkeiten