Känguru in Australien

Känguru in Australien

Viele Aussie-Reisende kommen ins Land, um die einzigartige Tierwelt Australiens zu entdecken. Ganz oben auf der Liste der Fotojäger steht dabei natürlich das Känguru. Roos werden die beliebten Beuteltiere von den Einwohnern genannt. Außerhalb von Wildparks bekommt man sie allerdings selten zu sehen, da viele von ihnen nachtaktiv sind. Aus diesem Grund muss man auch bei Fahrten in der Dämmerung sowie nachts besondere Vorsicht walten lassen – leider springen Kängurus, magisch angezogen vom Licht der Scheinwerfer, nur allzu schnell auf die Straße und geraten unter die Räder oder im Kühler eines herannahenden Autos; das kann für alle Beteiligten tödlich enden. Die Aussies montieren aus diesem Grund sogenannte Roo-Bars oder Bill-Bars als zusätzliche Stoßstange an ihre Fahrzeuge.

Zahme Kängurus kennenlernen

Als einer der besten Orte, um den Kängurus hautnah zu kommen, gilt der Pebbly Beach – zu finden im Murramang National Park zwischen Ulladulla und Batemans Bay an der Shoalhaven Coast (unterhalb von Sydney gelegen): Hier wünschen sich die Roos „good night“ und begrüßen gemeinsam den Morgen. Die Anfahrt über die 10 Kilometer lange, mitunter unwegsame Schotterstraße östlich des Princes Hwy. rentiert sich allerdings auf alle Fälle: Nicht nur ein gelungenes Bild der Beuteltiere ist die Belohnung, die Kängurus am Pebbly Beach (New South Wales) sind zahm und lassen sich sogar streicheln. Auch am Campingplatz in Cape Hillsborough National Park (zwischen Airlie Beach und Hervey Bay) ist das möglich.

Ansonsten trifft man Kängurus in Anglesea an der Great Ocean Road sowie in den Grampians (Victoria). Im Süden des Landes leben sie in den Flinders Ranges und auf Kangaroo Island. In den Kosciuszko und den Namadgi Nationalparks in den Australischen Alpen und auf der Maria Island (Tasmanien) kann man Kängurus wunderbar beobachten.

Eigenheiten der Kängurus – Hüpfen und Boxen

Denkt man an die Beuteltiere, haben die meisten wohl ein boxendes oder hüpfendes Kreatürchen vor Augen: Doch warum handelt es sich bei den Kängurus eigentlich um die einzigen größeren hüpfenden Säugetiere der Welt? Die Antwort ist nicht schwer: Bei mittleren Geschwindigkeiten ist das Hüpfen die Fortbewegungsmethode mit der größten Effizienz. Die Sprungenergie in den Beinsehnen der Kängurus ist wie in einem Pogo Stick (Springstock – ein Sport- und Spielgerät zum Auf- und Abhüpfen) gespeichert. Die Gedärme hüpfen auf und ab wie ein Kolben, die Lungen der Kängurus werden mit Luft gefüllt und geleert, ohne dass dabei die Brustmuskulatur zum Einsatz kommt. Roos haben ihr Verhalten auf perfekte Art und Weise an die harten Bedingungen Australiens angepasst – sie müssen nämlich häufig lange Wege zurücklegen und finden nur spärliche Nahrung.
Auch das Boxen ist charakteristisch für die Kängurus: Während der Paarungszeit kann es unter den männlichen Roos oft zu Kämpfen kommen – dabei boxen sie mit ihren Vorderpfoten und setzen ihre Hinterbeine ein, um zu treten.

Fakten

Kängurus sind auf der gesamten Welt ausschließlich in Australien zu finden – übrigens auch auf dem australischen Wappen. Zur Familie der Kängurus (lat.: Macropodidae) zählen verschiedene Beuteltiere, zu denen auch Rotbauchfilander sowie Wallabys gehören. Auf dem fünften Kontinent leben insgesamt 55 verschiedene Känguru-Arten – außer bei den Baumkängurus sind die Hinterbeine der Tiere wesentlich stärker sowie länger als die vorderen Beine. Die Vorderbeine werden vor allem zur Nahrungsaufnahme sowie zum Abstützen eingesetzt. Hinsichtlich ihrer Größe unterscheiden sich die einzelnen Kängurus jedoch beträchtlich: So kann das Rote Riesenkänguru stehend eine Größe von bis zu 1,80 Meter erreichen, während manche Buschkänguruarten lediglich einen halben Meter klein sind. Charakteristisch für die Kängurus ist natürlich ihr Beutel – besonders eindrucksvoll ist es, wenn sich darin ein Junges befindet, das schon aus dem Beutel schauen kann. Die Jungen werden bei allen Arten in einem embryonalen Zustand geboren – das bei der Geburt etwa drei bis acht Zentimeter große Kängurubaby kommt unvollständig entwickelt auf die Welt und wird acht Monate lang über eine Zitze im Beutel des Muttertieres ernährt.