Totenbuch in Brisbane entdeckt

Totenbuch in Brisbane entdeckt

Die 2 Millionen Einwohner Stadt Brisbane im südlichen Australien, konnte in den vergangenen Tagen einen überraschenden Fund zum Vorschein holen. Im Queensland Museum in Brisbane lagen, laut des britischen Archäologen John Taylor, Teile eines geschichtlich bedeutenden Schriftstückes herum. Die Fragmente stammen aus dem sogenannten „Totenbuch des Amenhotep“. Die australischen Medien berichteten sogar, dass die Teile des Buches über 99 Jahre hinweg unerkannt im Keller des Museums lagen. Der für die Ägypten Abteilung im British Museum in London verantwortliche Kurator und Wissenschaftler John Taylor, war durch Zufall zu Gast im australischen Brisbane um sich auf eine Ausstellung vorzubereiten. Beim Gang durch das Queensland Museum entdeckte er dann auf einem altägyptischen Stück Papier, die Namenshieroglyphen von Amenhotep. Dieser war seinerzeit Priester und galt als herausragender und brillanter Baumeister.

Ein entscheidendes Puzzleteil alter ägyptischer Geschichte

Das Papierfragment mit den von Taylor entzifferten Hieroglyphen, löst somit einen weiteren Teil eines archäologisch bedeutenden Puzzles, rund um die Geschichte und Entstehung der Pyramiden im alten Ägypten. Laut Wissenschaftlern und Forschern ist das kleine Stück Papier rund 3.400 Jahre alt und gehört definitiv zum „Totenbuch von Amenhotep“. John Taylor freute sich unwahrscheinlich als er eines der Teile des Buches gefunden hatte und sagte der australischen Tageszeitung The Courier Mail: „So eine Entdeckung macht man als Forscher nur einmal im Leben. Dieser alte Papyrus ist nicht von irgendjemand. Amenhotep war einer der höchsten Beamten zu der Zeit, als Ägypten am Gipfel seiner Blüte stand“.

Wie gelang das Schriftstück ins Museum?

Der im Queensland Museum von dem Wissenschaftler Taylor entdeckte Papyrus, stammt von einer älteren Dame aus Australien, die das Schriftstück dem Museum vor knapp einhundert Jahren kostenfrei überließ. Bis dato war dem Museumsdirektor Ian Galloway nicht bewusst, dass dieses alte Stück Papier so viel an Bedeutung besitzt und sagte: „Wir sind sehr überrascht, dass wir ein so bedeutendes Objekt in unserer Sammlung hatten.“. Das Totenbuch des Amenhotep wurde bereits im Jahr 1890 entdeckt und wurde teilweise an Museen und Sammler weiterverkauft. Museumsdirektor Ian Galloway und der Archäologe John Taylor wollen nun versuchen die Nachkommen der „mysteriösen“ Spenderin in Erfahrung zu bringen, um eventuell mehr über die Herkunft und die Geschichte der wertvollen Fragmente heraus zu finden. Auf Nachfrage bei Galloway erfuhr Taylor, dass sich höchstwahrscheinlich noch weitere Teile des Totenbuches im Keller des Museums befinden. Nun möchte John Taylor die Schriftstücke vorsichtig fotografieren und digitalisieren. Nur so kann der Archäologe das soeben gefundene Teil mit Fragmenten aus den Museen in London, Boston und News York zusammensetzen. Immerhin war der ägyptische Priester vor rund 3.400 Jahren unter anderem für den Bau des weltweit berühmten Tempels des Amun-Re in Karnak verantwortlich.