Pflanzen in Australien

Pflanzen in Australien

Einen großen Teil der Faszination des fünften Kontinents machen die dort wachsenden Pflanzen aus. Die hohe Artenvielfalt von knapp 27000 verschiedenen Gewächsen rührt dabei von den harten Bedingungen. Durch das teils sehr feindliche Klima musste sich die Flora über den Lauf der Evolution so einiges ausdenken, um überhaupt überleben zu können. Entsprechend zahlreich mutierten die Pflanzen und schafften es so, sogar die trockenen Gebiete zu besiedeln. In wasserreichen Regionen dagegen wachsen dank der starken Sonne ganze Regenwälder.

Regenwälder

Regenwälder gibt es an der Ost- und Nordküste. Somit finden sie sich entlang der tropischen Zone und reichen bis in die kühl gemäßigte Zone. Insgesamt nehmen sie eine Fläche von knapp 30000  km² ein. Einst waren sie sogar noch um 13000  km² größer, doch wurde der Wald immer weiter abgeholzt. Teils unterscheiden sich die Vegetation hier so stark, dass man sie begrifflich weiter in Moos-, Farn-  oder Lianenwälder differenziert. Die Pflanzen wachsen hier sehr dicht und in manchen Gebieten kommen auch Sümpfe vor. Dort findet man etwa Palmen, Eschen, Zedern oder Eichen. Der nährstoffreiche Boden lässt darüber hinaus besonders farbintensive Orchideen sprießen. Der Regenwald ist ein bisschen wie ein Museum. Dort wachsen nämlich Arten, die bereits seit über 100 Millionen Jahre lange existieren.

„Tall Open Forest“

In den hohen, offenen Wäldern stehen hauptsächlich Eukalyptusbäume. Der Wirkstoff, der hierzulande in zahlreichen Bonbons verarbeitet wird und den Koalas als Hauptnahrungsquelle dienst, wächst normalerweise au Bäumen bis zu einer Höhe von knapp 30 Metern und bedeckt in diesen Wäldern knapp 50 % der gesamten Fläche. Die Art Eucalyptus regnans kann übrigens sogar Höhen von über 100 Meter erreichen. Die Bäume haben eine offene Krone und Blätter, die herabhängen. Sie benötigen viel Regen, verkraften aber teils auch kurze Dürreperioden.

In den Tall Open Forests kommt es in regelmäßigen Abständen zu Bränden. Werden sie rechtzeitig gelöscht, so nimmt dabei nur der der Unterwuchs Schaden. Lässt sich das Feuer jedoch nicht kontrollieren, erreicht es auch die Baumkronen und zerstört somit die empfindlichen Eukalyptusbäume.

Diese Wälder wurden über die Jahre ebenfalls großflächig gerodet, um Platz für den Ackerbau zu schaffen.

Woodlands

Das deutsche Pendant für „Woodlands“ ist Savanne. Darunter wird also der Übergang von den tropischen Gebieten zur Wüste verstanden. Die durchschnittliche Wuchshöhe der dort ansässigen Pflanzen ist ca. 2 Meter. Daneben trifft man dort Arten an, die mit dem Gras verwandt sind. Hierunter fällt etwa das C4-Gras. Außerdem findet man in den Woodlands 80 % aller vorkommender Eukalyptusarten.

Daneben gibt es noch solche Woodlands, die von de Melaleuca, auch Myrtenheide genannt, dominiert werden. Dieser Teebaum besiedelt ganz Australien, kommt vermehrt aber nur in den Melaleuca-Woodlands vor, die knapp 90000  km² an Fläche ausmachen. Dieser kleinwüchsige Baum hat eine sehr starke Rinde und ist daher besonders resistent gegenüber Feuer.

Während sich bei uns die Bäume im Herbst ihrer Blätter entledigen, um während des Winters Nährstoffe zu sparen, ist das in Australien eigentlich nicht wirklich nötig. In einigen Woodlands, die hauptsächlich von Lysiphyllum und Terminalia bewachsen sind, kommt das dennoch vor.

Akazien

Gerade in den Gebieten, wo es selten regnet, kommen vermehrt Akazien vor. Sie sehen in Australien jedoch etwas anders aus als in Deutschland. Hier bilden sie nämlich keine Dornen und haben Phyllodien satt normaler Blätter. Die hauptsächlich von Akazien bewaldeten Gebiete werden in Wälder und Savannen, offene Savannen und sogenannte „Shrublands“ unterteilt. Sie machen insgesamt 560000  km², 115000  km² bzw. 650000  km² aus. Die Akazien-Formationen, die in besonders feuchten Orten auf nahrhaftem Boden standen, fielen zu großen Teilen dem Ackerbau zum Opfer.

Mallee

Unter Mallee versteht man Eukalyptus Sträucher, die 2 – 10 Meter hoch wachsen. Sie kommen hauptsächlich in den sogenannten „scrubs and shrublands“ vor. Insgesamt existieren rund 200 verschiedene Mallee Arten. Sie fühlen sich sogar in besonders trockenen Zonen wohl und finden sich kaum in Gebieten mit mehr Niederschlag, wo stattdessen Eukalyptusbäume stehen. Die Mallee-Arten dominieren eine Fläche von knapp 250000 km² und werden fast 30 Meter hoch. Sie wehren sich gegen Feuer, indem sie vermehrt Samen verbreiten und so neue Büsche pflanzen. Allerdings kommen Brände in solchen Wäldern nur knapp alle 20 Jahre vor.

Heidegebiete

Heiden zeichnen sich durch saure und nährstoffarme Böden aus. Sie umfassen in Down Under ein Gebiet von rund 25000  km², auf dem insgesamt knapp 1500 verschiedene Arten wachsen. Aufgrund der wenigen Nährstoffe sind die hier höchsten Pflanzen bloß Sträucher, die knapp bis 2 Meter wachsen. Konkret fallen hierunter Banksia, Leptospermum oder Xanthorrhoea.

Giftige Pflanzen

Sie mögen noch so lecker aussehen, doch sollte man in Australien unter keinen Umständen unbekannte Pflanzen pflücken und verspeisen. In Down Under existieren nämlich um die 1000 Arten, die für den Menschen gefährlich werden können.

Besonders giftig ist u.a. die Brechnuss. Diese rot bis orangenen Früchte können etwa Krämpfe auslösen und teils sogar zu einer Atemlähmung führen.

Eine große Verwechslungsgefahr liegt etwa bei der Australischen Kastanie vor. Sie sieht der heimischen ähnlich, ist jedoch toxisch. Bei Tierversuchen wirkte sie sogar teils tödlich.

Kann man sich vor solchen Gewächsen noch leicht schützen, indem man einfach auf den Verzehr verzichtet, so gibt es auch Pflanzen, die allein durch den Kontakt zum Körper Schäden verursachen. Hierunter fällt etwa die Australische Brennessel. Sie wächst hauptsächlich im Regenwald in Form eines Baumes oder Busches, der bis zu fünf Meter hoch werden kann.  Bei Berührung mit der Haut dringen die Härchen ein und sondern dort Gift ab, das übrigens viel stärker wirkt als das der hiesigen Arten. Darauf folgen starke Schmerzen, ein Juckreiz und sogar Quaddeln können entstehen. Unbehandelt dauern die Beschwerden teils sogar mehrere Wochen.

Daneben sind noch die Wolfsmilchgewächse zu erwähnen. Sie produzieren eine milchige Substanz, die auf der Haut Blasen bilden kann und vor allem dann gefährlich ist, wenn sie auf die Augen träufelt. So entstehen schlimmstenfalls schwere Schäden, die irreparabel sind.

Gefährdung der Flora

Schon als Europa die ersten Siedler nach Down Under schickte, wurde dort gleich im Anschluss massiv Land gerodet. Schließlich brauchte man das Holz und neue, fruchtbare Flächen für den Ackerbau. Diese Tendenz hält bis heute an und inzwischen werden über 50 % des gesamten fünften Kontinents von landwirtschaftlichen Betrieben genutzt und für diesen Zweck immer mehr Wälder abgeholzt. Daneben bedrohen einige eingeschleppte Pflanzen die einheimischen Arten und vertreiben sie aus deren natürlichem Lebensraum.

Dagegen erklärte die Regierung Teile des Landes als Nationalparks, wo die Flora besonders geschützt wird und nicht gerodet werden darf.