Immobilien in Australien

Immobilien in Australien

In Australien gehört es zur Mentalität, ein eigenes Haus zu besitzen. Laut einer Studie bewohnen die Australier weltweit die größten Eigenheime mit durchschnittlich 214 qm. So ist es kaum verwunderlich, dass es kaum Apartmenthäuser gibt und wenn, dass diese dann hauptsächlich von Zuwanderern oder ausländischen Studenten bewohnt werden.

Der australische Immobilienmarkt unterscheidet sich in wesentlichen Punkten vom europäischen, indem es z. B. üblich ist, die Miete in einem wöchentlichen Turnus zu begleichen. Es ist üblich die Größe einer Immobilie nicht in Quadratmetern (qm) anzugeben, sondern mit der Anzahl der Schlafzimmer, da man davon ausgeht, dass prinzipiell eine Wohnstube, Küche und Bad vorhanden sind. Zeitgleich muss darauf geachtet werden, dass nicht alles selbstverständlich in den Häusern und Wohnungen vorzufinden ist wie in Europa. So kann es durchaus vorkommen, dass die Immobilie keine Heizungsmöglichkeiten beinhalten und eine schlechte Isolierung vorzufinden ist, sodass es aus allen Ritzen und Kanten zieht. Zeitgleich sollte immer ein Hausinspektor die Immobilie im Vorfeld begutachten, um z. B. Termitenbefall auszuschließen.

Sowohl die Miet- als auch die Kaufpreise für australische Immobilien sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Die Nachfrage ist momentan so hoch, dass selbst Ramsch- und Billighäuser maßlos überteuert vermietet oder verkauft werden. Die Kaufpreise für Häuser sind in einem Zeitraum zwischen 2000 und 2005 beispielsweise um über 70 % gestiegen.

Neben der gestiegenen Nachfrage bestimmt vor allem die Lage den Preis. Ist eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und Schulen vorhanden, spricht der australische Makler bereits von einem „Hot Place“. Vorzüge wie das Vorhandensein von Einkaufsmöglichkeiten, Cafés, Restaurants, Parks, Strände usw. heben zusätzlich den Wert einer Immobilie an.

Australische Bauweise

In Australien bestimmen vor allem einstöckige Eigenheime das Immobilienbild. Selten entdeckt man mehrstöckige Apartmentgebäude oder alte Warehouses, die als Wohnungskomplexe umgebaut wurden. Die Eigenheime werden oft in der sogenannten „Brick“-Bauweise erstellt. Dabei handelt es sich um ein einstöckiges Gebäude, welches ohne Keller auf einem Fundament errichtet wird. Der Holzrahmen wird dabei mit Ziegel, Holz oder anderen Baumaterialien versehen und auf der Innenseite mit dünnen Gipskartonplatten stabilisiert. Die europäische Bauweise „Double Brick“ ist nur selten anzutreffen, obwohl diese für gewöhnlich mit einer besseren Isolierung und somit angenehmeres Wohnklima aufwarten. Typisch für Australien sind dabei ebenerdige Bauten, welche mit Ziegel- oder Blechdächern versehen sind. Letztere Art der Bedachung verursacht bei Regen allerdings eine sehr hohe Geräuschentwicklung. Ebenso werden typischerweise Schiebefenster mit einem dünnen Rahmen und schlecht isolierenden Einglasscheiben in die Häuser eingesetzt.

Situation auf dem australischen Immobilienmarkt in den Städten

Sydney zeichnet sich vor allem durch sehr viele Stadtteile bzw. Vororte aus. Während es durchaus möglich ist im Citybereich Apartment zu erwerben bzw. zu beziehen, bestimmen in den Vororten Häuser das Stadtbild. Wie alle großen australischen Metropolen muss auch Sydney einen großen Bevölkerungsansturm bewältigen. Um der großen Nachfrage für Wohnmöglichkeiten nachzukommen, wurden in den letzten Jahren immer mehr „Townhäuser“, vergleichbar mit Reihenhäusern, errichtet. Zurzeit sind sowohl Miet- als auch Kaufpreise sehr hoch. Momentan muss man beim Erwerb eines 4 Schlafzimmer-Hauses von einem Kaufpreis von 1.000.000 AUD zuzüglich Nebenkosten ausgehen. Der Durschnittpreis für ein Haus lag Ende 2005 bereits bei etwa 450.000 AUD. Im Vergleich: 1995 betrug dieser Betrag etwa 150.000 AUD.

Melbourne ist die am schnellsten wachsende Stadt in Australien.

Die Stadtteile Melbournes sind hip, bunt, alternativ, kinderfreundlich, multikulturell, kunstvoll. Sie bieten für jeden das passende Wohnambiente. Aber vor allem im Stadtzentrum ist die Wohnsituation problematisch. Hier existiert nur wenig Wohnraum, dem allerdings viele Wohnungssuchende gegenüberstehen. Daraus ergeben sich ziemlich hohe Immobilienkosten. Die Preise werden durch Nachfrage und Lage bestimmt. Je nach Lage und Wohngegend schwankt der Preis für Immobilien. So ist es nicht erstaunlich, dass man im „Edel-Vorort“ Kew doppelt so tief in die Tasche greifen muss, um eine Immobilie zu erwerben. In den Stadtnahen Vororten belaufen sich die Kaufpreise für eine 2-Schlafzimmer-Wohnung mindesten auf 350.000 – 400.000 AUD. Natürlich ist es auch in Australien üblich, einen Aufpreis für z. B. Meeres- oder Flussblick zu verlangen. Durchschnittlich liegt der Kaufpreis 6,4-mal so hoch wie das jährliche Durchschnittseinkommen eines Kaufinteressenten.

Neben Melbourne ist Brisbane die am schnellsten wachsende Stadt Australiens und besticht durch seine Trendviertel. Aufgrund der hohen Nachfrage ist es keine Seltenheit mehr als eine Millionen Euro für den Kauf eines Apartments in einem der schicken neuen Apartmenthäuser am Fluss. Banken, Wolkenkratzer bilden heute die Skyline der traditionsreichen Metropole Brisbane. Im Durchschnitt liegt der Preis einer Immobilie 6 Mal so hoch wie das jährliche Durchschnittseinkommen.

Canberra wurde lediglich als Kompromisslösung als Planhauptstadt errichtet und ist heute die achtgrößte Stadt Australiens. Neben sieben autonomen Stadtbezirken, welche wiederum in kleinere Stadtteile aufgeteilt sind mit eigenen Stadtteilzentren usw., umfasst Canberra ebenso weitläufige naturbelassene Flächen. Dieser Umstand brachte der Metropole den Beinamen „Buch-Hauptstadt“ ein. Die Immobilienpreise in Canberra sind die höchsten in ganz Australien. Sie liegen sogar höher als in Melbourne.

Möglichkeiten für ausländische Immobilieninteressenten

Es besteht großes Interesse der australischen Regierung an Investitionen aus dem Ausland. Allerdings müssen diese mit den Interessen der Australier vereinbar sein. Um dieses zu gewährleisten, existieren unterschiedliche Voraussetzungen für den Erwerb von australischen Immobilien durch Ausländer. Vornehmlich richten sich diese nach der Art der Immobilie. Dabei wird zwischen Privatgrundstücken, Geschäften und Landwirtschaften unterschieden. Zeitgleich richten sich die Bestimmungen nach der Art des Visums des Käufers.