Arbeit und Bildung in Australien

Schüler und Känguruh in Australien

Im internationalen Vergleich schneidet das australische Schulsystem sehr gut ab, so dass viele ausländische Schüler die australischen Schulen besuchen. Bevor alle Kinder die Grundschule besuchen, durchlaufen sie im Vorfeld eine Vorschule, die preparatory year genannt wird. Dies geschieht in einem Alter von sechs Jahren.

Im Anschluss gehen alle Kinder auf die Grundschule, genannt primary school, dieser Besuch beträgt sechs bis sieben Jahre. Auf den weiterführenden Schulen, den secondary schools, absolvieren die Kinder dann nach fünf, bzw. sechs weiteren Jahren ihren Abschluss. Eine Schulpflicht besteht (außer in Tasmanien) bis zum 15. Lebensjahr.

In Punkto Bildungssystem teilen sich vor allem der australische Bund und die einzelnen Bundestaaten die anfallenden Kosten.

Abschlüsse

Der Abschluss, der einem deutschen Abitur oder einem österreichischen Matura am nächsten kommt, ist das High School Certificate. Benotet wird dieser High School Abschluss mit einer Punktzahl von 1 bis 25, wobei 1 die beste Punktzahl und 25 die schlechteste Zahl ist. Eine gute Punktzahl zu schaffen ist wichtig, da die Universitäten in Australien eine bestimmte Punktzahl zur Zulassung des Studiums verlangen.

Ein Großteil der weiterführenden Schulen ist staatlich (70%), die anderen 30 % liegen in privater Hand. Da die staatlichen Schulen sehr günstig sind, besucht diese auch die Mehrheit der Bevölkerung.

Die Fächerauswahl ist im Gegensatz zu europäischen Schulen weitaus größer, auch sportliche Veranstaltungen und AGs werden den Schülern angeboten, so dass sie bis nachmittags in der Schule bleiben.

Universitäten

Nach dem erfolgreichen Schulabschluss können die angehenden Studenten aus insgesamt 40 Universitäten auswählen, wobei 38 in staatlicher und zwei in privater Hand liegen. Das Universitätssystem ist ungefähr mit dem britischen System vergleichbar.

Als erste Universität öffnete im Jahre 1850 die Universität von Sydney den Studenten ihre Tore. Dank einem staatlichen Programm („HECS-HELP“) werden den Studenten Kredite gewährt, um die Studiengebühren zahlen zu können.

Studenten aus dem Ausland müsse diese ebenfalls bezahlen, jedoch profitiert der Staat insbesondere von der reichen Oberschicht, die ihre Kinder auf private Hochschulen schickt.

Arbeitsmarkt und Sozialsystem

Auf dem australischen Arbeitsmarkt werden vor allem ausgebildete Fachkräfte in den handwerklichen Bereichen gesucht, wie zum Beispiel Installateure, Schreiner, Maurer, Kfz- Mechaniker/Mechatroniker oder auch Friseure. In der Regel absolvieren die Australier eine 38 Stunden Woche, verdienen gut und verfügen über einen Jahresurlaub von vier Wochen.

Da zum Beispiel die Sozialversicherung nicht extra bezahlt wird, sind die Lebenshaltungskosten niedriger. Die Sozialversicherungsbeiträge werden aus den Steuern bezahlt, dennoch ist nicht jeder automatisch berechtigt, sozialversichert zu sein.

So müssen Ausländer beispielsweise zwei Jahre im Land gelebt haben und eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung vorweisen können.

Zudem gibt es im Falle von Arbeitslosigkeit Programme, die die Bürger schnell wieder in Arbeit bringen soll, auch finanziell wird den Arbeitslosen unter die Arme gegriffen, allerdings sind diese Summen oftmals niedriger als in Europa.

Das wichtigste Programm nennt sich „Newstart“, um Leistungen zu erhalten, muss sich der Arbeitslose aktiv um Jobs bewerben, sich weiterbilden und Kontakt mit dem Arbeitsamt halten.

Auch Hilfen für Alleinerziehende, junge Leute und Menschen mit Behinderung bietet der australische Staat an. Gerade bei der Rente und in Bezug auf die Altersversorgung ist es notwendig, private Vorsorge zu treffen, da die staatlichen Leistungen nicht ausreichen.