Wellensittiche

Wellensittiche

Bunte Vielfalt

Die kleinen Papageien mit dem farbenfrohen Gefieder kommen ursprünglich aus einem Land, was den Tieren selbst in Sachen Exotik und Schönheit in nichts nachsteht: Australien. Nur in ganz wenigen Teilen des Landes wurden noch keine Wellensittiche entdeckt. Dazu gehören die Weihnachtsinsel und die Cartierinseln. Um 1840 haben Wellensittiche von Australien aus die ganze Welt bereist und viele menschliche Herzen im Sturm erobert. Das haben sie neben dem herrlichen Aussehen vor allem ihrem zutraulichen Wesen sowie ihrer munteren Art zu verdanken.

Weil die Tiere unter Liebhabern und Züchtern weltweit immer beliebter wurden, setzten schon bald Massenzüchtungen ein. Wellensittiche wurden in großen Zahlen exportiert und auf alle Kontinente verschifft. Inzwischen wurde von offizieller Seite ein Ausfuhrverbot erteilt, um den Wildbestand nachhaltig zu schützen.

Da sich die bunten Vögel sehr schnell vermehren, kam immer wieder frisches Blut hinzu und neue Mutationsformen bildeten sich. Auf dieser Tatsache beruht auch die Form des himmelblauen Wellensittichs, welcher erst 30 Jahre nach den ersten Exporten entdeckt wurde. Einem Züchter in Belgien war es gelungen, diesen besonderen Farbschlag zu etablieren.

Sittiche in freier Wildbahn

In freier Wildbahn leben Wellensittiche bevorzugt in der Nähe von Wasserläufen sowie im offenen Busch- bzw. Savannenland. In größeren, unübersichtlichen Waldgebieten fühlen sich die Vögel hingegen nicht wohl. Die Nähe zu frischem Trinkwasser ist wichtig, obwohl Wellensittiche auch ohne zusätzliches Wasser überleben können. Die großen Schwärme ziehen sogar zu einer neuen Stelle um, wenn eine Wasserquelle für immer versiegt. Das kühle Nass ist generell ein großes Thema für die quirligen Tiere: Schon am frühen Morgen trinken sie den Tau von Pflanzen oder baden im feuchten Gras.

Wenn eine gesunde Fauna es ermöglicht, so lebt der Wellensittich das typische Leben eines Standvogels. Findet er genügend Wasser, Nahrung sowie Versteckmöglichkeiten bleibt er am liebsten ganzjährig in einem Revier. Die kleinen Papageien ziehen generell nicht gerne umher, solange die Umstände es nicht fordern. In ihrem Heimatland Australien werden sie allerdings oft zu einem regelrechten Nomadenleben gezwungen.

Unregelmäßige Niederschläge sowie ein witterungsabhängiges Futterangebot erfordern einen häufigen Wechsel des Standorts. Dabei legen die Wellensittiche relativ kurze Strecken von rund 100 Kilometern in knapp drei Stunden zurück. In freier Wildbahn sind die Tiere nicht fähig, ausreichende Fettdepots anzulegen. Aus diesem Grund fliegen sie selten längere Strecken.

Wellensittiche haben ein schweres Leben

Neben der langanhaltenden Trockenheit können auch Schädlinge den wildlebenden Tieren zusetzen. Allerdings kommen viele Schädlinge, wie z.B. Milben beim Wellensittich wesentlich häufiger vor, wenn die Tiere gezüchtet werden. Trotzdem kämpfen die bunten Vögel mit zahlreichen Problemen, welche zumeist von Menschen verursacht werden. Farmer legen Quellen trocken und rauben den Tieren damit eine wichtige Lebensgrundlage im weiten Outback. Das Wasser wird zu Viehherden umgeleitet. Wellensittiche müssen in Folge dessen kilometerweite Wege zurücklegen, um überhaupt noch frisches Wasser zu finden. Bei besonders langanhaltenden Trockenperioden werden lange Strecken zum unüberwindbaren Hindernis.

Anders als die uns bekannten Nachzuchten besitzen die freilebenden Wellensittiche ein sogenanntes wild-farbenes Federkleid. Dieses zeichnet sich durch einen grünen Rumpf, ein gelbes Gesicht und eine dunkelblaue Schwanzfeder aus. Manchmal sind die Federn am Kopf der Tiere fluoreszierend und leuchten je nach Lichteinfall schwefelgelb. Die Füße sind graublau. Nur sehr selten findet man in freier Wildbahn auch Exemplare mit einem andersfarbigen Gefieder.

Kein Wunder: Durch die grüne Farbe können sich Wellensittiche optimal zwischen Blättern und Bäumen tarnen. Mit einer anderen Gefiederfarbe würden sie in einem großen Schwarm sofort auffallen und zur leichten Beute für Fressfeinde werden.