Great Barrier Reef

Great Barrier Reef

Der fünfte Kontinent hat so einiges zu bieten. In den belebten Metropolen und der weiten, freien Natur, die noch immer von den nativen Urvölkern rührt, prallen zwei konträre Welten aufeinander und machen aus Down Under somit einen Schmelztiegel der alten und der neuen Kultur. Die vielen Sehenswürdigkeiten locken Touristen an, die selten nur eben mal kurz Urlaub machen wollen und stattdessen gleich Monate oder gar Jahre bleiben. Dabei erkunden sie Australien nicht nur zu Land und zu Luft, sondern tauchen darüber hinaus in die spektakuläre Unterwasserwelt ein. Die beste Möglichkeit, das zu tun, ist das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Erde, welches sogar vom Weltraum aus sichtbar ist.

Lage des Great Barrier Reefs

Gelegen ist das Great Barrier Reef vor der nordöstlichen Küste, die an Queensland angrenzt. Von dort aus reicht es bis nach Papua-Neuguinea und der Lady Elliot Insel. Die Gesamtlänge beträgt derzeit 2300 km. Doch da es sich bei den Korallen ja um lebendige Organismen handelt, wächst das Riff ständige weiter. Es geht vom 10. – 24. südlichen Breitengrad und verläuft größtenteils sehr nahe am Festland, sodass man zu den meisten Stellen einen relativ unkomplizierten Zugang per Boot hat.

Erstmals entdeckt wurde es von den Europäern bereits um 1770, als James Cook mitsamt seiner Crew in der Gegend reiste. Leider entdeckten sie es zu spät und erst dann, als das Schiff bereits aufgelaufen war.

Da das Great Barrier Reef derart groß ist, wird es in insgesamt 5 Partien unterteilt. Diese heißen u.a. Far Northern Section, Cairns Section oder Southern Section.

Das Riff besteht aus mehreren einzelnen Riffen, 2900 an der Zahl, und außerdem aus über 1000 Inseln und zahlreichen Sandbänken.

Korallen im Great Barrier Reef

Die Korallen selbst sind äußerst empfindlich. An manchen Orten der Welt sterben sie langsam ab, da dort etwa das Wasser einer hohen Verschmutzung ausgesetzt ist. Darüber hinaus benötigen die sensiblen Lebewesen klares Wasser, das die Sonne durchlässt und Temperaturen, die zwischen 18 – 30° C betragen. Sollten höhere Grade herrschen, so sterben Algen ab, mit denen die Korallen eine Symbiose eingehen und ohne die sie nicht wachsen können. Sie werden dann erst grau und gehen ein, sofern die Erwärmung länger anhält.

Im Jahr 2010 kam es zu einem Unglück, als ein chinesischer Frachter in der Gegend auf Grund lief, wobei große Mengen an Öl ins Wasser flossen. Es wurde dann von einer Chemikalie zersetzt. Dennoch starben dabei ein paar Quadratkilometer des Riffs ab.

Die Korallen vermehren sich jährlich, wobei ihre Blüten besonders farbintensiv sind. Dies findet im November statt und lockt zahlreiche Taucher an. Hierbei muss das Wasser ca. 27° C warm sein und die richtige Mondphase vorliegen. Außerdem spielt dabei die Strömung eine Rolle, da Eizellen und Samen ausgestoßen werden, um sich dann im Wasser zu treffen. Zusätzlich gestört wird die Paarung von hungrigen Fressfeinden.

Flora und Fauna des Greatt Barrier Reefs

Neben den knapp 360 verschiedenen Arten an Steinkorallen befinden sich im Gebiet um das Great Barrier Reef die unterschiedlichsten Fischasorten, insgesamt 1500 an der Zahl. Außerdem bevölkern noch zahlreiche Arten von Schwämmen, Weichtieren, Vögeln und Seetang die Gegend.

Außerdem findet man hier alle der sogenannten „Iconic Eight“. Hierunter fallen etwa Wale. Sie emigrieren besonders im australischen Winter aus den kälteren Gewässern der Antarktis und bevölkern dann zu tausenden die Gefilde vor dem fünften Kontinent, wobei sie bis in die flachen Gebiete direkt vor der Küste vorstoßen, um dort ihren Nachwuchs zu gebären und aufzuziehen. Am meisten vertreten sind die Buckel- und die Zwergwale. Daneben trifft man noch u.a. auf Pott- oder Killerwale.

Und auch die Seeschildkröten zählen zu den Iconic Eight. 6 der insgesamt 7 Arten weltweit schwimmen in der Gegend um das Great Barrier Reef im Wasser. Ein besonderes Spektakel ist die Zeit, in der die Jungtiere aus den Eiern schlüpfen. Diese verbuddeln die Schildkröten nämlich am Strand der Inseln, von wo aus die Kleinen dann ins Wasser hüpfen. Das findet übrigens in der Zeit von Dezember bis März statt.

Außerdem bewohnen Haie das Gebiet. Dort tummeln sich gleich mehrere verschiedene Arten, wie Tiger- oder Hammerhai und daneben noch kleinere wie der Teppichhai. Sie sind jedoch allesamt sehr scheu und stellen keine Gefahr für die Taucher dar. Den weißen Hai findet man hier nicht. Ihm ist das Wasser dort nämlich zu heiß. Zumindest ist dies größtenteils der Fall. Ab und zu verirren sich jedoch Tiere ins Riff, die dem Menschen durchaus gefährlich werden können. So kam es 2014 zu einer tödlichen Attacke von einem weißen Hai. Hiergegen legt die Regierung weite Netze aus, die große Haie abhalten soll.

Seit „Findet Nemo“ kennt sie jeder: Den Clownfisch. Er lebt von Tentakeln der Seeanemone umgeben und unterhält mit ihr eine symbiotische Beziehung. Dies kann nur deswegen passieren, da der Fisch gegen ihr Gift immun ist. Den Schutz bezahlt der Clownfisch, indem er größere Fische anlockt, die die Anemone dann frisst.

Wenn das Weibchen stirbt, transformiert übrigens einfach eins der Männchen und wechselt das Geschlecht.

Teil der Iconic Eight sind daneben noch die Muscheln. Im Great Barrier Reef findet sich die größte Art der Welt, die 250 kg schwer und knapp 120 cm lang werden kann. Sie leben teils über 100 Jahre lang. Gerüchten zufolge können sie Tauchern durch ihre schnell zuklappenden Schalen zur lebensbedrohlichen Falle werden. Allerdings gibt es noch keinen einzigen bestätigten Fall, in dem das wirklich ein Menschenleben gekostet hätte.

Die Rochen, die das Riff besiedeln, gehören ebenfalls zu den größten ihrer Spezies. Der Mantarochen bringt es auf über 6 Meter Länge und ein Gewicht von bis zu 1500 kg.

Die letzten beiden der großen Acht sind der Kabeljau, der ebenfalls zu erstaunlichen Größen heranwächst und  der Napoleon-Lippfisch, der fast 2 Meter lang und 200 kg schwer wird.

Tourismus beim Great Barrier Reef

Um das Gebiet zu erkunden, schließt man sich am besten einer der Touristen-Gruppen an. Hierzu gibt es in den Ortschaften an der Küste zahlreiche Angebote, da deren Wirtschaft eben zum großen Teil von der Reiseindustrie abhängt. So lässt sich etwa eine ausgiebige Bootstour oder ein Tauchgang buchen. Die Guides stellen dabei auch sicher, dass nur in den Gebieten getaucht wird, wo die Natur am schönsten und die Sichtverhältnisse am besten sind.

Dabei sollte aber jedenfalls auf die Umwelt geachtet werden und jeder mitgebrachte Abfall nicht einfach ins Wasser geworfen, sondern angemessen entsorgt werden.