Wie kaufe ich ein Auto in Australien?

Wie kaufe ich ein Auto in Australien?

Der Kauf eines Fahrzeugs lohnt sich wegen des erforderlichen Aufwandes nur bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in Australien. Die Fahrzeugsuche, der Autokauf, die Zulassung und der Wiederverkauf eines Autos nehmen einige Zeit in Anspruch. Wer sein Fahrzeug erst kurz vor dem Abreisetag verkaufen will, muss meist hohe Preisabschläge hinnehmen.

Allgemeine Überlegungen zum Autokauf

Bei längeren Australien-Aufenthalten lohnt es sich finanziell, ein Auto zu kaufen. Dennoch sollten Australien-Fans bedenken, dass sie beim Autokauf mit erheblichen Kosten in Vorleistung treten müssen. Die finanziellen Ressourcen müssen nicht nur die Kosten für Kauf, Registrierung, Versicherung, Betankung und dergleichen decken, sondern auch eventuelle Bußgelder, Reparaturen und Unfallschäden abdecken können.

Der Verkauf eines im Lande gekauften Fahrzeuges ist problemlos, wenn Kauf und Verkauf im selben australischen Bundesland vorgenommen werden. Die Bundesländer haben unterschiedliche Standards bezüglich Fahrzeug-Zustand, Kilometerstand, Versicherung und Abmeldung. Grundsätzlich gilt, dass teure Automarken sich in Australien schlechter verkaufen. Hochwertige Gebraucht-Fahrzeuge verkaufen sich irgendwann – aber die Frage ist, wann.

Zu beachten sind außerdem saisonabhängige Verkaufs-Chancen. Im Süden Australiens liegt die Hauptsaison in den Monaten September bis April. In Norden liegt die Hochsaison in den Wintermonaten. In der Hochsaison sind viele Backpacker und Urlauber im Land, die potenzielle Kaufkunden sind. Da Ersatzteile für Import-Fahrzeuge in Australien teuer und schwer zu beschaffen sind, sollten Sie auf japanische, amerikanische oder einheimische Fahrzeugmarken setzen. Europäische Fahrzeugmarken verkaufen sich kaum.

Autokauf in Australien: Was ist anders?

Für An- und Verkäufe von Autos sind australische Großstädte ideal. In ländlichen Regionen an Verkaufsmöglichkeiten oder Werkstätten für den Check-up. Beim Sichten der Auto-Anzeigen sollte der Tachostand richtig interpretiert werden. In Deutschland wäre ein Fahrzeug mit 200.000 gefahrenen Kilometern ein Gebrauchtwagen. In Australien sieht man ihn als so gut wie neuwertig an. Hohe Kilometerleistungen sind angesichts der immensen Entfernungen normal.

Durch die langen Fahrstrecken und das gemäßigte Klima wird der Motor weniger stark strapaziert. Um die maximale Laufleistung errechnen zu können, multipliziert man den Hubraum mit 100. Beispiel: Für einen Wagen mit 4.2 Liter Hubraum wäre die Laufleistung 420.000 Kilometer. Ein Fahrzeug, das bereits 300.000 Kilometer auf dem Tacho hätte, wäre somit ein geeigneter Kaufkandidat. In Australien sind viele Fahrzeuge unterwegs, deren Baujahr in den Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts liegt. Das ist nicht negativ zu bewerten. Im Gegenteil: Bei angemessener Fahrweise halten Fahrzeuge „down under“ länger als bei uns.

Achtung: Manche Verkäufer bieten Fahrzeuge an, die mit offenen Strafzetteln belastet sind. In Australien beziehen sich „Knöllchen“ nämlich auf das Fahrzeug, nicht auf dessen Halter. Der neue Käufer müsste die unbezahlten Strafzettel ablösen. Zur Sicherheit hilft der kostenfreie Blick in das „Personal Property Securities Register“ (PPSR) – die sogenannte Rego. Dafür sind die „Vehicle Identification Number“ (VIN) bzw. die Nummer des Chassis nötig. Diese steht oft in der Verkaufsanzeige. Der PPSR-Check lohnt sich, weil man dann kein gestohlenes Fahrzeug erwirbt.

Die optimale Zeit zum Autokauf

Saisonal unterschiedliche Chancen für Fahrzeug An- und -verkäufe sind ein beachtenswerter Umstand – vor allem, wenn die finanziellen Ressourcen überschaubar sind. In der Hauptsaison tummeln sich viele potenzielle Kaufinteressenten in australischen Städten. Die Auswahl an Gebrauchtfahrzeugen ist entsprechend groß.

Die leidige Kostenfrage

Durch einen Autokauf in Australien werden finanzielle Vorleistungen in erheblichem Umfang fällig. Die Kaufsumme für das Auto kann bereits Investitionen zwischen 500 und 8.000 australischen Dollars erfordern. Mit Glück können Sie ein Fahrzeug mit Preisnachlass ergattern, das ein demnächst Heimreisender verkaufen möchte.  Hier kann es sich vorab sehr lohnen, einen Sofortkredit Vergleich in Österreich durchzuführen und sich für einen günstigen Anbieter zu entscheiden!

Ansonsten definieren der Fahrzeugtyp, Alter und Zustand des Fahrzeugs, die Ausstattung, die Laufleistung und die noch verbleibende Rego den Preis. Zur gewünschten Ausstattung können beispielsweise Camping-Equipment, ein Radio, Anhängerkupplungen oder neue Reifen gehören. Ein mechanisch einwandfreies Fahrzeug mit Standard-Ausstattung und einem Tachostand von 300.000 Kilometern kostet durchschnittlich zwischen 3.000 und 6.500 australische Dollars.

Für einen Ford Falcon oder Holden Commodore-Kombi sind etwa 3.000 australische Dollars angemessen. Für einen Mistubishi Express oder einen Ford Econovan wären 4.500 australische Dollar ein angemessener Preis. Für einen Toyota Landcruiser oder einen Mitsubishi Pajero müsste man etwa 6.500 australische Doller rechnen. Sonderausstattungen oder deutlich geringere Tachostände erhöhen den Kaufpreis.

Die zusätzlichen Kosten für die Registrierung (Rego) eines Fahrzeugs liegen bei etwa 700 bis 1.400 australische Dollar. Dazu addieren sich nochmals Kosten zwischen 200 und 500 australischen Dollars für PKW-Umschreibungen, Roadworthy-Zertifikate (RWC) oder Stamp Duty. Nicht zu vergessen: Die Kosten für eine Haftpflichtversicherung, die jährlich zwischen 1.000 und 1.500 australische Dollars kostet. Die Investition lohnt sich aber. Bei einem Unfall sogar sehr.

Neben der eigentlichen Kaufsumme können also leicht weitere 1.000 bis 3.000 australische Dollars an weiteren Kosten auf Sie zukommen. Bei Auto An- und Verkäufen gelten zudem in jedem australischen Bundesstaat eigene Regeln und Gesetze. Diese sollte man kennen.

Die Zulassung eines gekauften Fahrzeugs

Da die Verlängerung der Registrierung (Rego)für ein Fahrzeug in Australien nicht gerade preisgünstig ist, ist die verbleibende Gültigkeit der Rego interessant.. Oft lässt sich bereits aus der Verkaufsanzeige herauslesen, wie lange das Fahrzeug-Registrierung noch Gültigkeit hat. Ideal ist es, wenn die Rego noch den gesamten geplanten Aufenthalt abdeckt. Andererseits hat ein Fahrzeug, das beim Wiederverkauf noch eine längere Rego-Laufzeit aufweist, einen höheren Wiederverkaufswert.

Der bürokratische Aufwand und die Kosten für die Fahrzeug-Registrierung erhöhen sich, wenn das Fahrzeug bisher in einem der anderen australischen Bundesstaaten registriert war. Falls ein Fahrzeug in Western Australia einen Besitzerwechsel erfährt, kann die Umschreibung postalisch eingeleitet und durchgeführt werden. Die Gebühren bezahlt man online. In diesem Fall ist es egal, wo der Käufer sich gerade aufhält.

Wichtig ist jedoch, dass das interessante Fahrzeug einen „Immobiliser“ aufweist. Weist es diese Wegfahrsperre nicht auf, muss sie für 200 australische Dollar eingebaut werden. In jedem australischen Bundesstaat können die notwendigen Informationen zum Thema Fahrzeug-Registrierung über die behördliche Webseite abgerufen werden. Sie können sich diese per Direktlink ansehen:

Australian Capital Territory

New South Wales

Northern Territory

Queensland

South Australia

Tasmania

Victoria

Western Australia

Die australische KFZ-Haftpflichtversicherung

Um sein eben gekauftes Fahrzeug zuzulassen, ist eine australische Kfz-Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Versicherungs-Modalitäten zu beachten. Informationen dazu erhält man bei der jeweiligen Versicherung oder über den australische Automobilclub (AAA). Zu unterscheiden sind drei verschiedene Arten der Kfz-Versicherung: die „Compulsory Third Party Insurance“ (CTP), die „Third Party Property Insurance“ (TPPI) oder die „Comprehensive Car Insurance“ (CCI).

1. Die „Compulsory Third Party Insurance“ (CTP) versichert körperliche Schäden, die infolge eines Unfalls an anderen Personen entstehen. Diese Haftpflichtversicherung wird zwingend vorgeschrieben – und zwar in allen australischen Bundesländern. Manchmal kann man sie direkt an der Zulassungsstelle abschließen. Umgangssprachlich ist die CTP auch als „green slip“ bekannt, beispielsweise in New South Wales.

2. Die „Third Party Property Insurance“ ist eine Haftpflichtversicherung, die sich auf von Ihnen verursachte Sachschäden an Dritten bezieht. Sie ist in fast allen australischen Bundesstaaten Pflicht, aber mit einem Selbstbehalt (excess).

3. Die „Comprehensive Car Insurance“ deckt als Zusatzversicherung – unserer Kaskoversicherung nicht unähnlich – Schäden ab, die das eigene Fahrzeug oder eigene Verletzungen betreffen.

Fakt ist aber, dass Europäer, die in Australien ein Auto kaufen, fast nur die erstgenannten beiden Haftpflichtversicherungen abschließen können. Die Versicherer sehen im – für die meisten europäischen Fahrer ungewohnten – Linksverkehr zu hohe Unfallrisiken als gegeben an.

Neben dem deutschen Führerschein ist auch ein internationaler Führerschein erforderlich. Zudem müssen gemäß der „duty of disclosure“ persönliche Daten offengelegt werden. Falsche Angaben können bei einem Unfall zum Verlust der Zahlungsverpflichtung durch den Versicherer führen.

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