Auslandsjahr in Australien

Auslandsjahr in Australien

Ob wegen der schönen Natur, der Ausbildung oder der charakterlichen Entwicklung – die Gründe, ein Jahr in Australien zu verbringen sind zahlreich. Und selbst wenn die Zeit dort nicht auf karrieristische Zwecke verwendet wird, ist sie selten verschwendet. Denn Auslandserfahrung kommt sogar dann bei zukünftigen Arbeitgebern gut an und mag unter Umständen der Vorsprung vor den Konkurrenten sein, der einem letztlich seinen Traumjob beschert. Außerdem ist dieses Jahr fraglos privat eine Bereicherung. Immerhin lassen sich so vor dem Einstieg ins Berufsleben und dem damit verbundenen Mangel an Zeit und der Gebundenheit noch viele sorglose und relativ freie Monate verbringen. Wer ein ganzes Jahr in Australien verbringen möchte, hat die Wahl zwischen Praktikum, Schüleraustausch, Au Pair oder Work and Travel.

Das Leben in Australien

Die Mentalität der Australier gilt als besonders freundlich und offen. Hier werden Ausländer schnell willkommen geheißen und bei den meisten zwischenmenschlichen Interaktionen wird ein „thank you“ geäußert. So dankt man etwa sogar dem Busfahrer für seine Dienste, wenn man das Gefährt wieder verlässt.

Ein weiterer Unterschied zum Leben in Deutschland, sind höhere Kosten für die Lebenserhaltung. Immerhin ist in Australien das durchschnittliche Einkommen um knapp 1500 € pro Monat höher. Und besonders in den großen Metropolen ist das Leben sehr teuer.
Ansonsten besteht kein allzu großer Unterschied zwischen unserer Kultur und der in Down Under. Schließlich sind ja die meisten Australier Auswanderer Englands und anderer europäischer Länder. Lediglich sind die Leute hier etwas entspannter und teils gibt es Subgruppen mit einer hohen Naturverbundenheit und spiritueller Ausrichtung.

Praktikum in Australien

Wer auf dem 5. Kontinent ein Praktikum absolvieren möchte, muss viel organisieren. Jedenfalls sofern er keine Agentur für die Vermittlung beauftragen will. Diese regeln zwar meist vom Flug über das Hotel bis zu der Stelle alles selbst, doch lassen sie sich diese Dienste eben auch entsprechend entlohnen. Billiger kommt man dagegen weg, wenn man in Eigenregie plant.
Dies lässt sich größtenteils online erledigen. So gibt es hierfür Portale, über die Interessenten mit Arbeitgebern zusammengebracht werden. Außerdem kann man auch die australischen Gelben Seiten zu Rate ziehen und dann über den Onlineauftritt des Wunsch-Unternehmens nachsehen, ob dort derzeit eine Stelle zu belegen ist. Dabei ist es wichtig, besonders viele Bewerbungen loszuschicken, da die Antworten zumeist negativ ausfallen. Bleibt man jedoch am Ball, erhält man früher oder später eine Zusage für ein Bewerbungsgespräch. Abgehalten wird dies über Telefon oder Skype.

Hat man den Job in der Tasche muss noch eine Unterkunft gefunden werden. Dies geschieht ebenfalls online. Gerade bei einem kürzeren Aufenthalt lohnt sich eventuell das Unterkommen in speziellen Hostels.

Schüleraustausch in Australien

Wer schon in jungen Jahren vom Fernweh überkommen wird, kann in Australien einen Schüleraustausch machen. Das Mindestalter hierfür liegt bei 14 Jahren und maximal darf man dabei 18 Jahre alt sein. Unterrichtet wird man dann in einer High School, die am ehesten der deutschen Gesamtschule entspricht. Hier werden alle Schüler unterrichtet und nicht etwa in Gymnasium, Haupt- oder Realschule aufgeteilt. Den verschiedenen Fähigkeiten entsprechend ordnet man die Schüler dann Kursen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad zu.
Wie in Amerika sind hier größtenteils Schuluniformen Pflicht. Auch Austauschschüler müssen sie tragen. Allerdings darf man sie gebraucht kaufen.
Ein weiterer Unterschied zum deutschen Schulsystem sind die langen Unterrichtszeiten. So wird jeden Tag bis nachmittags gelehrt und außerdem werden die Schüler selbst privat in Aktivitäten eingebunden. So ist hier nämlich ein höheres Engagement üblich und die Jugendlichen nehmen etwa an Clubs oder sportlichen Betätigungen teil.

Die Kosten für ein ganzes Jahr sind relativ hoch und können leicht über 20000 € liegen, dies bei einer staatlichen Schule. Möchte man seinen Nachwuchs auf eine Privatschule schicken, wird diese Summe noch deutlich übertroffen.

Au Pair in Autralien

Als Au Pair passt man auf die Kinder einer Familie auf. Als Gegenleistung erhält man die Unterkunft und das Essen gestellt und zusätzlich ein kleines Taschengeld. Da man hier von vornherein in eine ansässige Familie eingebunden ist, stellt dies wohl eine der besten Möglichkeiten dar, um voll in die australische Kultur einzutauchen. Dies kann jedoch auch schnell zum Nachteil werden. Denn vor allem durch diese Nähe muss die Chemie auch wirklich stimmen, was vorab schwer sicherzustellen ist. Schließlich trifft man die Familie meist erstmals dann, wenn man dort einzieht.
In Anbetracht dessen lohnt es sich, vorher ausgiebig zu skypen, um zu sehen, ob die Beziehung überhaupt funktioniert.
Auf der sicheren Seite ist man hier mit Vermittlungsagenturen, die einen Rundum-Service anbieten. Somit hat man auch in Australien einen Ansprechpartner für etwaige Probleme. Außerdem sehen sich solche Firmen meist auch die Familien genauer an und unterhalten etwa keine Beziehungen zu Vorbestraften.

Wer hier sparen möchte, kann sich aber ebenso selbst auf die Suche nach einer Familie machen. Hierfür gibt es einige Webseiten wie etwa https://www.aupair.com/de. Zusätzlich lässt sich diese Arbeit noch mit einem Schüleraustausch oder einem weiteren Job kombinieren.

Work and Travel in Australien

Work and Travel ist wohl eine der beliebtesten Formen des Auslandsjahres in Australien. Dabei bekommt man die Möglichkeit, den Kontinent zu bereisen und das, ohne davor viel Geld ansparen zu müssen. Nötig sind aber jedenfalls 5000 AUD, deren Nachweis obligatorisch ist, möchte man das für Work and Travel erforderliche Working Holiday Visum beantragen.
Das Programm selbst lässt sich über eine Reiseorganisation buchen. So muss man sich nicht extra um den Flug kümmern und findet gleich ein Netzwerk an Arbeitgebern vor. Allerdings ist in Australien um die ausländischen Work and Traveller über die Jahre eine große Industrie entstanden, was das Finden dieser Gelegenheitsjobs sehr einfach macht. Hierfür gibt es nämlich entsprechende Webseiten, auf denen sich Bewerber mit Arbeitgebern treffen können. Unbedingt nötig ist die Vermittlung also nicht, sofern man sorgfältig plant.
Übrigens wird man während der Zeit immer eine Arbeitsstelle benötigen, um den Lebensunterhalt decken zu können. Diese Gelegenheitsjobs werden nämlich nicht sonderlich gut bezahlt, sodass man nicht etwa das Gehalt von einem Monat ansparen könnte, um dann zwei Wochen lang frei durchs Land zu reisen.